Interchangeability: Wann Biosimilare automatisch substituiert werden dürfen

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Stellen Sie sich vor, Ihr Arzt verschreibt Ihnen einen teuren Biologikum, etwa Humira für Ihre Rheuma-Erkrankung. Ein Jahr später kommt Ihr Apotheker und sagt: „Ich gebe Ihnen jetzt ein anderes Medikament, aber es wirkt genauso.“ Sie bekommen das gleiche Ergebnis - nur für ein Drittel des Preises. Das ist nicht Theorie. In den USA passiert das bereits. Und es hat mit einem Begriff zu tun, den kaum jemand kennt: Interchangeability.

Was ist Interchangeability wirklich?

Interchangeability bedeutet: Ein Biosimilar kann vom Apotheker automatisch statt des Originalmedikaments ausgegeben werden - ohne dass der Arzt erneut gefragt werden muss. Das ist anders als bei herkömmlichen Generika. Bei Tabletten wie Ibuprofen ist das seit Jahrzehnten Standard: Wenn ein Generikum zugelassen ist, wird es automatisch substituiert. Biosimilare sind etwas anderes. Sie sind keine Kopien, sondern Nachahmungen von komplexen Biologika, die aus lebenden Zellen hergestellt werden - etwa aus menschlichen Zelllinien oder genetisch veränderten Bakterien. Ihre Struktur ist so fein, dass selbst kleine Unterschiede in der Herstellung zu unterschiedlichen Wirkungen führen können.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat deshalb eine extra Stufe eingeführt: die Interchangeability-Zulassung. Nur Biosimilare, die diese spezielle Kennzeichnung erhalten, dürfen ohne Rücksprache mit dem Arzt ausgetauscht werden. Bis November 2023 hat die FDA 41 Biosimilare zugelassen - aber nur 10 davon tragen den Status „interchangeable“. Dazu gehören Semglee, ein Insulin, das 2021 als erstes interchangeables Biosimilar zugelassen wurde, und Cyltezo, das erste interchangebare Biosimilar für den Wirkstoff Adalimumab (Humira).

Warum ist das so kompliziert?

Ein Biosimilar muss zunächst beweisen, dass es dem Originalmedikament in Wirksamkeit, Sicherheit und Reinheit nicht nachsteht - das ist die sogenannte Biosimilarität. Das ist schon anspruchsvoll. Doch für Interchangeability braucht es noch mehr: Switching-Studien. Dabei werden Patienten mehrfach zwischen dem Original und dem Biosimilar hin- und hergewechselt - etwa von Humira zu Hyrimoz und wieder zurück. Die FDA verlangt, dass diese Wechsel keine zusätzlichen Nebenwirkungen oder Verlust an Wirksamkeit verursachen. Die Studien müssen in einer homogenen Patientengruppe durchgeführt werden, mit klaren pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Messwerten. Es geht nicht darum, ob das Biosimilar genauso gut wirkt - das ist schon bei der Biosimilarität geprüft. Es geht darum: Kann man es mehrfach wechseln, ohne dass der Patient Schaden nimmt?

Die FDA betont klar: „Interchangeable ist nicht besser als Biosimilar.“ Alle zugelassenen Biosimilare sind sicher und wirksam. Interchangeability sagt nur etwas über den Substitutionsweg aus - nicht über die Qualität. Ein Biosimilar ohne Interchangeability-Status kann trotzdem genauso gut wirken wie ein interchangeables. Aber der Apotheker darf es nicht automatisch austauschen.

Wie sieht es in Europa aus?

In der Europäischen Union gibt es diesen Begriff nicht. Die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) hat 2006 das erste Biosimilar zugelassen - Jahre vor den USA. Aber sie hat nie eine „Interchangeability“-Kategorie eingeführt. Hier entscheidet der Arzt, ob ein Austausch sinnvoll ist. Der Apotheker darf nicht einfach wechseln, es sei denn, der Arzt hat explizit „nicht substituierbar“ vermerkt. Das ist ein grundlegender Unterschied. In der EU wird der Austausch als medizinische Entscheidung betrachtet - nicht als logistischer oder kostensparender Schritt.

Kanada hat einen Mittelweg: Health Canada kann Biosimilare als „interchangeable“ kennzeichnen, aber die tatsächliche Substitution bleibt Sache der einzelnen Provinzen. In Japan ist es ähnlich - es gibt keine offizielle Bezeichnung, aber zusätzliche klinische Daten werden verlangt. Nur in den USA ist die automatische Substitution durch Apotheker gesetzlich verankert - und das macht das Land weltweit einzigartig.

Ein Patient hält eine Rezeptur, die in zwei Wege aufteilt: teures Original vs. erschwingliches Biosimilar.

Warum gibt es so viele unterschiedliche Regeln in den USA?

Auch innerhalb der USA ist es kein einheitliches System. 40 Bundesstaaten erlauben Apothekern, ohne Rücksprache zu substituieren - wie in Arizona, wo das Gesetz seit Dezember 2016 gilt. Aber sechs Staaten, darunter Arkansas und Mississippi, erlauben das nur, wenn der Patient dadurch Geld spart. Vier Staaten - Alabama, Indiana, South Carolina und Washington - sowie Washington D.C. verlangen sogar die Zustimmung des Arztes. Das führt zu einem Chaos für Apothekenketten: Ein Apotheker in Kalifornien muss prüfen, ob die Substitution günstiger ist. In Arizona nicht. In seinem Computersystem kann er das nicht automatisch unterscheiden. Eine Umfrage der National Community Pharmacists Association aus 2022 ergab: 67 % der unabhängigen Apotheker fühlen sich überfordert.

Dazu kommt: Die Versicherungen spielen mit. 78 % der privaten Krankenversicherungen in den USA verlangen automatische Substitution, wenn es gesetzlich erlaubt ist. Das heißt: Selbst wenn ein Patient lieber das Original haben möchte, kann die Versicherung es verbieten - wenn das Biosimilar interchangeabel ist und der Bundesstaat das erlaubt.

Was passiert in der Praxis?

Ein Patient berichtet auf einer Psoriasis-Forum-Plattform: „Mein Hautarzt hat mich von Humira auf Hyrimoz umgestellt. Ich spare 800 Dollar pro Monat - und fühle mich genauso gut.“ Ein anderer schreibt: „Meine Apotheke hat mir Hadlima ohne Mitteilung gegeben. Ich hatte eine allergische Reaktion - es lag an einem Hilfsstoff, den ich nicht kannte.“

Das ist der Kern des Problems: Biosimilare enthalten oft andere Hilfsstoffe - sogenannte Excipienten. Diese sind nicht Teil der Wirksubstanz, aber sie können bei manchen Menschen Allergien auslösen. Wenn der Patient nicht weiß, dass er ein neues Produkt bekommt, kann das gefährlich werden. Eine Umfrage der National Psoriasis Foundation aus 2022 ergab: 63 % der Patienten sind zufrieden mit Biosimilaren. Aber 28 % fühlen sich nicht ausreichend informiert.

Apotheker müssen jetzt nicht nur wissen, welches Biosimilar zugelassen ist - sie müssen auch wissen, ob es interchangeabel ist, welcher Bundesstaat welche Regeln hat, ob die Versicherung es verlangt, ob der Arzt „dispense as written“ geschrieben hat, und ob der Patient eine Allergie hat. Die American Pharmacists Association bietet seit 2020 einen 2,5-stündigen Kurs an. Bis Oktober 2023 haben ihn 12.450 Apotheker absolviert. Und trotzdem: Die durchschnittliche jährliche Zeit, die Apotheker für die Aktualisierung ihrer Kenntnisse aufwenden, liegt bei 8,7 Stunden - für ein System, das sich ständig ändert.

Eine Apotheke mit durcheinandergebrachten Biosimilaren, einige glühend, andere dunkel, unter wechselnden Bundesstaatsregeln.

Wie wirkt sich das auf die Kosten aus?

Die Zahlen sprechen für sich. Ein RAND-Corporation-Bericht aus 2022 zeigt: Biosimilare sind im Durchschnitt 15 bis 30 % günstiger als das Original. In der Insulin-Therapie hat das erste interchangebare Biosimilar, Semglee, innerhalb von sechs Monaten 17,3 % des Marktes erobert - gegenüber nur 9,8 % bei nicht-interchangeablen Biosimilaren in ähnlichen Zeiträumen. Eine Studie im JAMA Health Forum aus 2023 zeigte: In Bundesstaaten mit automatischer Substitution stieg die Nutzung von Biosimilaren um 18,7 %. Das ist ein riesiger Anreiz für Krankenkassen und Regierungen, die Milliarden an Ausgaben einsparen wollen.

Dennoch: Die Umsatzanteile bleiben niedrig. Obwohl Biosimilare 34 % des Marktes nach Menge einnehmen, machen sie nur 22 % des Umsatzes aus - weil sie billiger sind. Das ist kein Mangel, sondern ein Erfolg. Aber es zeigt: Der Preisvorteil ist real - aber er wirkt sich nicht immer auf den Gesamtmarkt aus, weil viele Patienten noch immer das Original bekommen, weil der Arzt es so will oder weil die Substitution nicht erlaubt ist.

Was kommt als Nächstes?

Ein Gesetzesentwurf aus dem Jahr 2022, der „Biosimilar Red Tape Elimination Act“ (H.R. 9500), will genau das ändern: Er möchte die Switching-Studien abschaffen und alle zugelassenen Biosimilare automatisch als interchangeabel anerkennen. Die Pharmaindustrie (PhRMA) lehnt das ab - mit der Begründung, dass Sicherheit gefährdet wird. Die Biosimilars Council sagt: Das ist überflüssiger Bürokratie. Die FDA selbst hat im Jahr 2023 einen Entwurf veröffentlicht, der die Anforderungen an Switching-Studien vereinfachen will - ohne sie ganz abzuschaffen.

Experten wie Dr. Gary Morrow vom Association for Accessible Medicines sehen Interchangeability als Schlüssel für die Zukunft: „Ohne automatische Substitution werden wir nie die vollen Kostenersparnisse erreichen - besonders bei Biologika, die jährlich 300 Milliarden Dollar kosten.“ Doch andere, wie Dr. Kevin Winthrop von der Oregon Health & Science University, warnen: Studien zeigen, dass bei Psoriasis-Patienten nach einem Wechsel die Abbruchrate um 20,3 % steigt. Warum? Weil Patienten unsicher sind, weil sie nicht informiert wurden, weil sie Angst haben, dass es nicht mehr wirkt.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie in den USA leben und ein Biologikum einnehmen: Fragen Sie Ihren Arzt, ob ein Biosimilar infrage kommt. Fragen Sie Ihren Apotheker, ob das Medikament, das Sie bekommen, interchangeabel ist. Fragen Sie, ob Sie informiert werden, wenn es gewechselt wird. Und wenn Sie etwas nicht verstehen - sagen Sie es.

Es geht nicht darum, ob Biosimilare gut oder schlecht sind. Es geht darum, dass das System verwirrend ist. Die Technik ist da. Die Sicherheit ist gegeben. Aber die Kommunikation fehlt. Und das ist das größte Hindernis - nicht die Wissenschaft, nicht die Kosten, nicht die Regulierung. Sondern das Verständnis.

Was ist der Unterschied zwischen Biosimilar und Generikum?

Generika sind chemisch identische Kopien von kleinen Molekülen wie Ibuprofen. Biosimilare sind Nachahmungen von komplexen Biologika, die aus lebenden Zellen hergestellt werden - wie Antikörper oder Hormone. Sie sind nicht identisch, aber ähnlich. Deshalb brauchen sie mehr Prüfung. Generika können automatisch substituiert werden. Biosimilare nur, wenn sie extra als „interchangeable“ zugelassen sind.

Warum können Biosimilare nicht einfach wie Generika ersetzt werden?

Weil sie aus lebenden Zellen hergestellt werden - etwa aus menschlichen Zellen oder genetisch veränderten Bakterien. Selbst kleine Veränderungen in der Herstellung können die Wirkung beeinflussen. Bei Generika ist die Struktur einfach und reproduzierbar. Bei Biosimilaren ist sie komplex und variabel. Deshalb muss gezeigt werden, dass mehrfache Wechsel zwischen Original und Biosimilar sicher sind - das ist der Kern der Interchangeability-Prüfung.

Ist ein interchangeables Biosimilar sicherer als ein normales Biosimilar?

Nein. Alle FDA-zugelassenen Biosimilare sind genauso sicher und wirksam wie das Originalmedikament. Interchangeability bedeutet nur, dass der Apotheker es ohne Rücksprache austauschen darf - nicht, dass es besser ist. Es ist eine Substitutionsregel, keine Qualitätsstufe.

Kann ein Apotheker ein Biosimilar gegen ein anderes Biosimilar austauschen?

Nein. Interchangeability gilt nur für den Austausch mit dem Originalprodukt. Wenn zwei verschiedene Biosimilare für Humira zugelassen sind - etwa Hyrimoz und Hadlima - darf der Apotheker nicht einfach von einem zum anderen wechseln, auch wenn beide interchangeabel sind. Das wäre ein „biosimilar-to-biosimilar“-Wechsel - und dafür gibt es keine offizielle Zulassung. Das ist ein bekanntes Problem und führt zu Verwirrung bei Apothekern und Patienten.

Warum gibt es in den USA so viele unterschiedliche Gesetze pro Bundesstaat?

Weil Gesundheitspolitik in den USA hauptsächlich auf Ebene der Bundesstaaten geregelt wird. Der Bund legt fest, was ein Biosimilar ist und wann es interchangeabel ist. Aber wie und ob es substituiert werden darf, entscheiden die einzelnen Bundesstaaten. Das führt zu einem Flickenteppich: In einigen Staaten ist die Substitution erlaubt, in anderen nur mit Zustimmung des Arztes, in wieder anderen nur, wenn es billiger ist. Das macht die Umsetzung für Apothekenketten und Versicherungen extrem komplex.

Was kann ich tun, wenn ich ein Biosimilar bekommen habe und mir unwohl bin?

Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt. Notieren Sie, welches Medikament Sie bekommen haben - inklusive Herstellername und Wirkstoff. Melden Sie Nebenwirkungen bei Ihrer Apotheke und bei der FDA (über das MedWatch-Programm). Und fragen Sie: Warum wurde ich umgestellt? Hat mein Arzt das genehmigt? War es eine automatische Substitution? Informieren Sie sich - viele Patienten fühlen sich unsicher, weil sie nicht wissen, was passiert. Sie haben das Recht, auf das Originalmedikament zu bestehen - auch wenn es teurer ist.

12 Kommentare

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    Linn Leona K

    Januar 13, 2026 AT 01:18

    Ich find’s krass, wie unterschiedlich das in den USA läuft 😅 Ich hab mal einen Freund, der Insulin nimmt – der wusste gar nicht, dass ihm die Apotheke was anderes gegeben hat, bis er einen Kater hatte. Kein Witz. So was sollte man doch vorher fragen, oder?

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    Håvard Paulsen

    Januar 14, 2026 AT 08:30

    Ich find’s gut, dass Biosimilare endlich mehr Platz bekommen, aber das Chaos mit den Bundesstaaten ist echt absurd. Warum muss jeder für sich regeln, was ein Apotheker tun darf? Das ist wie bei den Geschwindigkeitsbegrenzungen in Deutschland – nur viel schlimmer. Die Patienten zahlen den Preis.

    Und nein, es ist nicht egal, ob jemand von Humira auf Hyrimoz wechselt. Nicht weil’s nicht wirkt, sondern weil’s plötzlich anders schmeckt. Ja, wirklich. Ein paar Leute berichten davon. Ist das unwissenschaftlich? Vielleicht. Aber es ist menschlich.

    Die Pharmafirmen spielen hier mit den Nerven. Und die Apotheker sind diejenigen, die die Schuld kriegen, wenn was schiefgeht. Das ist nicht fair.

    Ich hab mal eine Studie gelesen, wo Patienten nach dem Wechsel Angst hatten, dass ihre Krankheit zurückkommt. Kein Wunder, wenn man nicht mal weiß, was man gerade nimmt.

    Warum gibt’s keine klare App, die sagt: „Dein Medikament wurde gewechselt. Hier sind die Unterschiede.“? Das wäre doch easy zu bauen.

    Und warum reden wir nie über die Hilfsstoffe? Die sind oft der Grund für Allergien. Nicht der Wirkstoff. Aber keiner fragt danach. Nur der Arzt, wenn er’s genau weiß.

    Ich find’s traurig, dass wir so viel Geld sparen können – aber nicht die Kommunikation.

    Und ja, ich würde auch lieber das Original nehmen. Wenn ich’s mir leisten könnte.

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    Tanja Brenden

    Januar 16, 2026 AT 04:31

    MEIN GOTT, WAS FÜR EIN WUNDERBARES ARTIKEL!!! 🙌

    Ich hab seit 5 Jahren Humira und dachte immer, Biosimilare wären nur billige Kopien. Aber nein – sie sind wie ein Nachbau eines Rolex aus echtem Gold, aber mit leicht anderer Uhrwerksmechanik. Und das ist OK, solange es tickt! 🕰️

    Und diese Sache mit den Hilfsstoffen? Das ist der wahre Knackpunkt. Ich hab eine Allergie gegen Lactose – und wenn mir jemand ein Biosimilar gibt, das Lactose enthält, ohne dass ich’s weiß? Das ist gefährlich. Wie bei Gluten bei Zöliakie. Das ist kein Spiel.

    Warum gibt’s keine klare Packungsbeilage mit „Achtung: Dieses Biosimilar enthält X, Y, Z – wenn du darauf allergisch bist, sag’s sofort!“?

    Und warum muss ich als Patient immer derjenige sein, der nachfragt? Das ist wie wenn dir jemand einen neuen Kaffee hinstellt und sagt: „Das ist jetzt Kaffee, aber anders.“ Und du fragst: „Aber ist das jetzt noch Kaffee?“

    Ich will nicht mehr so viel Verantwortung tragen. Ich hab eine Krankheit, keine Apotheke.

    Die FDA sollte eine App einführen: Scanne dein Medikament – und es sagt dir: „Interchangeable? Ja/Nein. Hilfsstoffe: Liste. Dein Bundesstaat erlaubt Austausch? Ja/Nein.“

    Das wäre Revolution. Und ich würde es sofort nutzen.

    Und ja – ich bin bereit, weniger zu zahlen. Aber nur, wenn ich sicher bin. Nicht wenn ich raten muss.

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    Torbjørn Kallstad

    Januar 17, 2026 AT 22:52

    Das ist alles nur Marketing der Biosimilar-Industrie 🤡

    Die FDA ist doch längst von Pharma-Konzernen gekauft. Die ganzen „Switching-Studien“ sind ein Scherz. Die Patienten sind Versuchskaninchen. Und die Apotheker? Die sind nur die Dummen, die den Schlamassel abholen.

    Und dann kommt noch der „Kosteneinsparung“-Quatsch. Wer spart wirklich? Nicht du. Nicht ich. Die Versicherungen. Und die Aktionäre. Die Patienten kriegen nur ein anderes Medikament – mit mehr Nebenwirkungen, die nie dokumentiert werden.

    Und du glaubst, das ist „sicher“? Lass mich lachen. Die Studien laufen 6 Monate. Eine Autoimmunerkrankung braucht Jahre, um sich zu verändern. Du denkst, das ist Wissenschaft? Das ist Betrug.

    Und jetzt noch diese „Interchangeable“-Klasse? Das ist wie ein „Premium“-Label auf einem billigen Handy. Es heißt nur: „Wir haben dir noch mehr Geld abgenommen, aber du darfst es nicht merken.“

    Ich hab die Daten gelesen. Die Abbruchrate steigt um 20 %. Und die sagen: „Ach, das ist normal.“ NEIN. ES IST KEIN NORMAL. ES IST EIN WARNZEICHEN.

    Und wer hat das alles erfunden? Die Pharma-Lobby. Und du fällst drauf rein. 👏👏

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    Daniel Cash Kristiansen

    Januar 17, 2026 AT 22:52

    Die gesamte Debatte um Interchangeability ist ein Paradebeispiel für die strukturelle Inkompetenz der amerikanischen Gesundheitspolitik. Die EMA hat bereits 2006 den europäischen Standard etabliert – eine evidenzbasierte, klinisch orientierte, ärztlich gesteuerte Substitutionspraxis. Die FDA hingegen hat ein fragmentiertes, marktorientiertes, von Versicherungsinteressen dominiertes System geschaffen, das nicht nur medizinisch fragwürdig, sondern auch ethisch problematisch ist.

    Die Verlagerung der Entscheidung vom Arzt auf den Apotheker stellt eine klinische Entmündigung dar. Es ist nicht „effizient“, es ist systematisch riskant. Die pharmakokinetischen Variabilitäten von Biosimilaren – insbesondere bei wiederholten Switching-Phasen – sind nicht hinreichend erforscht. Die FDA-Studien basieren auf homogenen Kohorten, die die Realität von Polypharmazie, Komorbiditäten und Immunogenität nicht abbilden.

    Und die Behauptung, „Interchangeable“ bedeute nicht „besser“, ist eine semantische Täuschung. In der klinischen Praxis bedeutet es: „Wir haben dir ein billigeres Produkt zugewiesen, und du darfst nicht protestieren.“

    Die Bundesstaatenregulierung ist ein institutionelles Desaster. Es entsteht ein unüberschaubares Rechtschaos, das den Prinzipien der Patientensicherheit und der Kontinuität der Versorgung zuwiderläuft.

    Die Lösung? Keine Automatisierung. Keine Apotheker-Substitution. Keine Kostendruck-Logik. Nur: klare, evidenzbasierte, individualisierte Therapieentscheidungen – unter ärztlicher Aufsicht. Punkt.

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    linn Bjorvatn

    Januar 18, 2026 AT 19:26

    Ich hab als Apothekerin in Oslo gearbeitet und das mit den Biosimilaren auch diskutiert – aber in Norwegen ist das alles anders. Der Arzt entscheidet, und wir informieren den Patienten immer schriftlich, wenn was wechselt. Kein Automatismus. Kein Chaos.

    Ich find’s wichtig, dass man hier in Deutschland nicht so schnell in die US-Struktur rutscht. Die Patienten sind nicht bereit. Die Ärzte nicht. Die Apotheker auch nicht. Und die Hilfsstoffe? Die sind das größte Problem. Ich hab mal einen Patienten gehabt, der nach dem Wechsel auf ein Biosimilar mit Polysorbat 80 eine starke Hautreaktion hatte. Keiner wusste, warum. Erst als er seine alte Packung rausgeholt hat – da stand’s drin.

    Wir brauchen ein einheitliches System. Mit klaren Kennzeichnungen. Und mit Pflicht zur Information. Nicht mehr, nicht weniger.

    Und ja – ich würde auch lieber billigeres Medikament geben. Aber nur, wenn es sicher ist. Und wenn der Patient es versteht.

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    Filip overas

    Januar 19, 2026 AT 14:55

    Das ist Teil eines globalen Plans. Die WHO, die FDA, die Pharmalobby – sie alle wollen die Bevölkerung kontrollieren. Biosimilare sind der erste Schritt. Bald kommt die digitale Gesundheitskarte, die automatisch entscheidet, welches Medikament du bekommst. Kein Arzt. Keine Wahl. Keine Frage.

    Und die Hilfsstoffe? Die sind mit Nanopartikeln angereichert. Um deine Immunantwort zu schwächen. Das ist kein Zufall. Die Studien werden gefälscht. Die Daten werden manipuliert. Die Apotheker sind nur Angestellte in diesem System.

    Früher war es Penicillin. Dann Antibiotika. Jetzt Biosimilare. Nächstes Mal ist es die Impfung. Und dann? Die Mikrochips. Du denkst, das ist Medizin? Nein. Das ist Kontrolle.

    Ich hab die Dokumente gelesen. Die FDA hat 2019 einen internen Brief geschrieben: „Biosimilare sind der Schlüssel zur Senkung der Bevölkerung.“

    Such mal danach. Du wirst ihn finden. Sie wollen uns klein halten. Und du glaubst ihnen noch immer?

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    Tora Jane

    Januar 19, 2026 AT 19:12

    Ich hab das mit Humira auch durchgemacht. Mein Arzt hat mich auf Hyrimoz umgestellt – und ich war total verängstigt. Ich hab geweint. Ich hab Angst vor Veränderungen. Aber ich hab’s probiert. Und es hat funktioniert. Keine Nebenwirkungen. Keine Schmerzen zurück.

    Ich hab nur gewollt, dass mir jemand sagt: „Es ist okay, wenn du Angst hast.“

    Ich hab nie gewusst, dass das Biosimilar heißt. Ich hab gedacht, das ist nur eine neue Packung. Erst nach zwei Wochen hab ich’s googelt.

    Ich find’s schade, dass wir nicht mehr darüber reden. Nicht über die Kosten. Nicht über die Regeln. Sondern über die Angst.

    Ich bin nicht schlau. Ich bin nur krank. Und ich brauche jemanden, der mir sagt: „Du bist nicht allein.“

    Vielleicht brauchen wir nicht mehr Regeln. Vielleicht brauchen wir mehr Menschlichkeit.

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    Jorid Kristensen

    Januar 20, 2026 AT 19:46

    Deutschland sollte sich das nicht abschauen. Wir haben hier ein perfektes System. Kein Amerikanischer Wirrwarr. Keine Apotheker, die einfach wechseln. Keine Versicherungen, die entscheiden. Wir machen es richtig. Und wer das nicht mag, kann nach Amerika ziehen. Da ist das ja alles so toll, oder? 🙄

    Und übrigens: Wer Biosimilare nimmt, ist ja auch nur ein Sparfuchs. Die echten Patienten nehmen das Original. Weil sie wissen: Qualität hat ihren Preis.

    Und wenn du dann noch sagst, die Hilfsstoffe sind wichtig? Na und? Die Leute in der Dritten Welt haben doch auch keine Auswahl. Und die überleben. Also hör auf zu jammern.

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    Ivar Leon Menger

    Januar 22, 2026 AT 09:25

    ich hab das mit dem biosimilar auch mal bekommen und hab nen juckreiz bekommen aber ich wusste nicht ob es am neuen medikament lag oder an der wäsche oder am stres oder was auch immer

    die apotheke hat mir gar nix gesagt und der arzt war auch nicht erreichbar

    und dann hab ich mir gedacht na ja vielleicht ist das ja normal bei so was

    und jetzt hab ich angst jedes mal wenn ich ne neue packung krieg

    warum kann man das nicht einfach sagen? ich mein es ist doch nicht so schwer

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    Kari Gross

    Januar 22, 2026 AT 17:28

    Die Einführung von Interchangeability ohne einheitliche nationale Regulierung ist eine gefährliche Liberalisierung der pharmazeutischen Versorgung. Die Rechtslage in den USA ist unvereinbar mit den Prinzipien der medizinischen Ethik und der Patientensicherheit. Die Substitution durch Apotheker ohne ärztliche Anweisung verletzt das Grundrecht auf informierte Zustimmung. Die Bundesstaatenregulierung ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz. Die Pharmaindustrie nutzt diese Lücke zur Marktbeherrschung. Dieses System muss abgeschafft werden.

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    Håvard Paulsen

    Januar 23, 2026 AT 21:18

    Ich hab gerade nochmal nachgelesen – und du hast recht. Die Apotheker haben keine Ahnung. Und die Patienten auch nicht. Aber das Problem ist nicht der Apotheker. Das Problem ist, dass niemand die Zeit hat, es zu erklären. Kein Arzt. Kein Apotheker. Kein Versicherer.

    Und wenn du jetzt sagst: „Dann mach doch eine App.“ – ja, klar. Aber wer bezahlt die? Wer pflegt sie? Wer aktualisiert sie, wenn sich die Gesetze ändern?

    Und wer glaubt, dass ein Patient, der Angst hat, seine Krankheit zu verlieren, eine App öffnet? Ich hab’s probiert. Die meisten schauen nicht mal auf die Packung. Sie vertrauen einfach.

    Das ist das wahre Problem. Nicht die Technik. Nicht die Gesetze. Sondern das Vertrauen. Und das ist schwer zu reparieren.

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