Hochblutdruck durch Medikamente: Erkennen, überwachen und behandeln

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Fast jeder dritte Erwachsene in der Schweiz hat Hochblutdruck. Doch viele wissen nicht, dass ihre Medikamente dafür verantwortlich sein könnten. Es ist kein seltenes Phänomen: medikamenteninduzierter Hochblutdruck betrifft 2 bis 5 % aller Bluthochdruck-Patienten - das sind Tausende Menschen, die jahrelang unnötig unter hohen Werten leiden, weil niemand auf die Ursache achtet. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich der Blutdruck einfach normalisieren, wenn man das auslösende Medikament wechselt oder abschaltet.

Welche Medikamente heben den Blutdruck wirklich?

Nicht nur verschreibungspflichtige Tabletten, sondern auch rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzungen können den Blutdruck nach oben treiben. Die häufigsten Übeltäter sind:

  • NSAIDs wie Ibuprofen (Advil, Motrin) oder Naproxen (Aleve): Diese Schmerzmittel hemmen körpereigene Substanzen, die Blutgefäße weiten und überschüssiges Salz ausscheiden. Bei Menschen mit bereits erhöhtem Blutdruck kann eine tägliche Dosis von 400 mg Ibuprofen den systolischen Wert innerhalb von zwei Wochen um 5 bis 10 mm Hg erhöhen - das ist so viel wie bei einem leichten Stressmoment, aber dauerhaft.
  • Corticosteroide wie Prednison: Wer sie wegen Entzündungen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen nimmt, läuft Gefahr, innerhalb von Tagen einen starken Blutdruckanstieg zu entwickeln. Bei Dosen über 20 mg täglich steigt das Risiko auf über 50 %. Der Körper speichert Flüssigkeit, das Blutvolumen erhöht sich - und der Druck in den Arterien mit.
  • Decongestiva mit Pseudoephedrin oder Phenylephrin: Diese Wirkstoffe in Erkältungsmitteln verengen die Blutgefäße, um verstopfte Nasen zu lüften. Ein einzelnes Tablet kann den systolischen Blutdruck um 5 bis 10 mm Hg steigern - und die Wirkung hält bis zu 12 Stunden an. Bei älteren Patienten oder Menschen mit Herzproblemen ist das riskant.
  • Antidepressiva wie Venlafaxin (Effexor): Besonders bei Dosen über 150 mg täglich steigt der Blutdruck bei 8 bis 15 % der Patienten. Der Wirkmechanismus ist einfach: Das Medikament erhöht die Konzentration von Noradrenalin im Gehirn - und das wirkt auch auf die Blutgefäße.
  • Stimulanzien für ADHS wie Methylphenidat oder Dextroamphetamin: Bis zu 25 % der Nutzer entwickeln einen erhöhten Blutdruck. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, deren Herz-Kreislauf-System noch nicht voll ausgereift ist.
  • St. John’s Wort und andere Kräuter: Viele Patienten nehmen pflanzliche Mittel ohne Rücksprache mit dem Arzt. St. John’s Wort kann die Wirkung von Blutdruckmedikamenten stören und selbst den Blutdruck erhöhen - oft bis zur hypertensiven Krise.

Was viele nicht wissen: Auch Kombinationen aus mehreren dieser Mittel können sich addieren. Eine Studie zeigte, dass 28 % der Patienten mit therapieresistentem Hochblutdruck zwei oder mehr blutdrucksteigernde Substanzen gleichzeitig einnehmen - und keiner hat das je thematisiert.

Wie erkennt man, dass ein Medikament der Auslöser ist?

Ein medikamenteninduzierter Hochblutdruck hat oft keine typischen Symptome. Kein Kopfschmerz, kein Schwindel - nur die Zahlen auf dem Blutdruckmessgerät sagen die Wahrheit. Deshalb ist die Timing-Analyse entscheidend:

  • Wann haben Sie mit dem neuen Medikament begonnen?
  • Wann sind Ihre Blutdruckwerte zum ersten Mal gestiegen?
  • Waren sie vorher stabil - und dann plötzlich nicht mehr?

Wenn die Werte innerhalb von Tagen oder Wochen nach Beginn eines Medikaments steigen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es daran liegt. Besonders kritisch ist es, wenn der Blutdruck trotz mehrerer Medikamente nicht unter Kontrolle zu bringen ist - das ist ein klassisches Zeichen für eine medikamenteninduzierte Ursache.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine 68-jährige Patientin mit gut kontrolliertem Blutdruck (125/80) begann nach einer Bandscheibenoperation täglich 400 mg Ibuprofen einzunehmen. Nach drei Wochen stieg ihr Blutdruck auf 155/95. Kein Arzt fragte nach den Schmerzmitteln. Erst als sie einen neuen Hausarzt aufsuchte - und dieser systematisch alle Medikamente überprüfte - wurde der Zusammenhang erkannt. Nach dem Wechsel zu Paracetamol normalisierte sich ihr Blutdruck innerhalb von 14 Tagen.

Arzt und Patientin betrachten einen ansteigenden Blutdruckgraphen in der Klinik.

Wie wird medikamenteninduzierter Hochblutdruck überwacht?

Einmaliger Blutdruckmessung beim Arzt reicht nicht aus. Die beste Methode ist die häusliche Blutdruckmessung (HBPM):

  1. Messen Sie zweimal täglich (morgens und abends) für sieben Tage, bevor Sie ein neues Medikament starten.
  2. Notieren Sie jeden Wert - inklusive Datum und Uhrzeit.
  3. Berechnen Sie den Durchschnitt der letzten sechs Tage (den ersten Tag ignorieren - er ist oft unruhig).
  4. Wiederholen Sie diese Messung vier Wochen nach einer Dosisänderung oder nach Beginn eines neuen Medikaments.

Für Patienten mit Risikofaktoren - wie Nierenerkrankung, Diabetes oder bereits bestehendem Hochblutdruck - ist die ambulante Blutdruckmessung (ABPM) die Goldstandard-Methode. Dabei trägt man 24 Stunden lang einen kleinen Monitor, der automatisch alle 20 bis 30 Minuten misst. Ein Durchschnittswert von über 130 mm Hg über den ganzen Tag oder über 135 mm Hg tagsüber gilt als diagnostisch relevant.

Bei Corticosteroiden wird sogar empfohlen, täglich den Blutdruck zu messen - besonders auf orthostatische Veränderungen zu achten: Wenn der Wert im Sitzen 140/90 beträgt, aber im Stehen auf 120/75 fällt, liegt ein Flüssigkeitsverschiebung vor, die typisch für Steroide ist.

Wie behandelt man es - ohne das Hauptmedikament aufzugeben?

Die erste Regel: Prüfen, ob das auslösende Medikament weggelassen werden kann. Bei NSAIDs, Decongestiva oder manchen Antidepressiva ist das oft möglich - und führt in 60 bis 70 % der Fälle zur Normalisierung des Blutdrucks.

Wenn das Medikament aber lebenswichtig ist - wie Corticosteroide bei Lupus oder Stimulanzien bei ADHS - dann muss man anders vorgehen:

  • Erste Wahl für Blutdrucksenkung: Calciumkanalblocker wie Amlodipin oder Thiazid-Diuretika wie Hydrochlorothiazid. Diese wirken direkt gegen die Mechanismen, die durch Medikamente ausgelöst werden - also Flüssigkeitsansammlung und Gefäßverengung.
  • Vermeiden Sie Beta-Blocker als Erstlinientherapie. Sie helfen nur bei 45 % der Fälle, weil sie nicht gegen die vaskuläre Verengung wirken. Calciumkanalblocker erreichen dagegen eine Ansprechrate von 72 %.
  • Lebensstil ist kein Bonus - er ist Teil der Therapie. Reduzieren Sie Salz auf unter 1.500 mg pro Tag. Essen Sie mehr Bananen, Spinat, Kartoffeln und Avocados - das liefert Kalium, das Salz aus dem Körper spült. Machen Sie 150 Minuten pro Woche moderate Bewegung - Spaziergänge, Fahrradfahren, Schwimmen. Diese Maßnahmen senken den Blutdruck um 5 bis 8 mm Hg - unabhängig von Medikamenten.

Ein weiterer Tipp: Bei Schmerzen lieber Paracetamol (bis zu 3.000 mg/Tag) oder Celecoxib nehmen. Eine Studie zeigte: Celecoxib erhöht den systolischen Blutdruck nur um 2,4 mm Hg - Ibuprofen dagegen um 5,7 mm Hg. Das ist ein klarer Unterschied, der sich über Monate summieren kann.

Heldin bekämpft einen Medikamenten-Monster mit Obst und Gemüse als Kraftquelle.

Warum wird das so oft übersehen?

Die Realität ist bitter: Nur 22 % der Hausärzte in Europa fragen systematisch nach der Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln bei Patienten mit Hochblutdruck. Viele Patienten denken, „das ist doch nur ein normales Mittelchen“ - und erzählen es nicht. Andere Ärzte glauben, „das ist doch nicht so schlimm“ - und messen nicht nach.

Ein Umfrage unter 145.000 Mitgliedern der Reddit-Community r/Hypertension ergab: 68 % der Betroffenen wurden nie vor den Blutdruckwirkungen von Ibuprofen oder Decongestiva gewarnt. Einige berichteten, sie hätten jahrelang Schmerzmittel eingenommen - und erst nach einem Schlaganfall oder einer hypertensiven Krise den Zusammenhang verstanden.

Das Problem ist systemisch. Ärzte bekommen in der Ausbildung kaum Schulung dazu, wie Medikamente den Blutdruck beeinflussen. Eine Studie aus 2022 zeigte: Nur 58 % der Ärzte konnten alle zwölf häufigsten blutdrucksteigernden Medikamente korrekt benennen.

Was können Sie tun?

Sie brauchen keine komplizierte App oder teure Geräte. Aber Sie müssen aktiv werden:

  • Erstellen Sie eine aktuelle Liste aller Medikamente - verschreibungspflichtig, rezeptfrei, Kräuter, Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel.
  • Bringen Sie diese Liste zu jeder Arztbesuch - auch wenn Sie nur eine Erkältung haben.
  • Fragen Sie direkt: „Kann dieses Medikament meinen Blutdruck beeinflussen?“
  • Wenn Sie bereits Bluthochdruck haben: Messen Sie Ihren Blutdruck zu Hause - und zeigen Sie die Werte Ihrem Arzt.
  • Wenn Sie Schmerzen haben: Fragen Sie nach Alternativen zu Ibuprofen oder Naproxen.

Ein einfacher Satz - „Könnte das Medikament meinen Blutdruck erhöhen?“ - kann Leben retten. Es ist nicht Ihre Schuld, wenn Sie es nicht wussten. Aber es ist Ihre Kraft, es jetzt zu fragen.

Kann ich Ibuprofen weiternehmen, wenn ich Bluthochdruck habe?

Nein, nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt. Ibuprofen kann den systolischen Blutdruck bei Menschen mit bereits erhöhtem Wert um 5 bis 10 mm Hg erhöhen - das entspricht dem Risiko eines schweren Stressereignisses. Bei längerer Einnahme steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Besser ist Paracetamol oder Celecoxib, wenn Schmerzmittel nötig sind. Auch hier: Immer mit Ihrem Arzt abklären.

Wie lange dauert es, bis der Blutdruck nach Absetzen des Medikaments sinkt?

Das hängt vom Medikament ab. Bei NSAIDs oder Decongestiva normalisiert sich der Blutdruck oft innerhalb von 1 bis 4 Wochen. Bei Corticosteroiden kann es bis zu 6 Wochen dauern, da der Körper erst die überschüssige Flüssigkeit abbaut. Bei Antidepressiva wie Venlafaxin kann es 2 bis 8 Wochen dauern, bis sich die Nervenaktivität wieder beruhigt. Wichtig: Messen Sie regelmäßig, auch wenn Sie sich „normal“ fühlen - der Blutdruck zeigt sich nur in den Zahlen.

Sind rezeptfreie Medikamente sicherer als verschreibungspflichtige?

Nein. Viele Patienten denken, dass rezeptfreie Mittel unschädlich sind - aber das ist ein gefährlicher Irrtum. Ibuprofen, Pseudoephedrin, St. John’s Wort und sogar große Mengen Salz in Fertiggerichten können den Blutdruck erhöhen. Rezeptfreie Medikamente werden oft ohne ärztliche Kontrolle eingenommen - genau das macht sie riskant. Jedes Mittel, das den Körper beeinflusst, kann auch den Blutdruck beeinflussen.

Warum helfen Beta-Blocker nicht bei medikamenteninduziertem Hochblutdruck?

Beta-Blocker senken den Herzschlag und die Herzleistung - aber sie wirken nicht gegen die Hauptursache bei medikamenteninduziertem Hochblutdruck: die Verengung der Blutgefäße und die Flüssigkeitsansammlung. Studien zeigen: Nur 45 % der Patienten sprechen auf Beta-Blocker an, während Calciumkanalblocker oder Diuretika bei 72 % wirken. Die Ursache ist vaskulär - die Behandlung muss das auch sein.

Was ist mit Kräutermedizin wie St. John’s Wort?

St. John’s Wort kann den Blutdruck direkt erhöhen - und gleichzeitig die Wirkung von Blutdruckmedikamenten wie ACE-Hemmer oder Beta-Blocker blockieren. In einer Studie stieg der systolische Blutdruck bei 12 % der Patienten, die es einnahmen, um mehr als 15 mm Hg. Viele Patienten nehmen es ohne Wissen ihres Arztes - und erleben plötzlich eine hypertensive Krise. Fragen Sie immer: „Ist dieses Kraut mit meinen Medikamenten verträglich?“

Wie oft sollte ich meinen Blutdruck messen, wenn ich ein Risikomedikament einnehme?

Bevor Sie beginnen: Messen Sie sieben Tage lang zweimal täglich. Vier Wochen nach Beginn: Wiederholen Sie die Messung. Bei Corticosteroiden: täglich für die ersten vier Wochen. Bei NSAIDs oder Antidepressiva: alle zwei Wochen für die ersten zwei Monate. Danach mindestens alle drei Monate. Wenn Sie sich unwohl fühlen - messen Sie sofort. Die Zahlen sagen mehr als Symptome.

17 Kommentare

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    Thomas Halbeisen

    Dezember 26, 2025 AT 05:59

    Medikamente heben den Blutdruck und keiner fragt? Ach ja klar weil Ärzte ja sowieso nur auf Zahlen schauen und nicht auf Menschen

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    Jean-Pierre Buttet

    Dezember 27, 2025 AT 01:35

    Ich hab das vor Jahren bei meiner Mutter gesehen. Sie nahm Ibuprofen wegen Rückenschmerzen und plötzlich war ihr Druck bei 180/100. Der Hausarzt hat sie gefragt: „Haben Sie was Neues eingenommen?“ Nein, natürlich nicht. Sie dachte, „das ist doch nur ein Schmerzmittel“. Das ist das Problem: Wir denken, rezeptfrei = harmlos. Dabei ist Ibuprofen ein kleiner chemischer Krieg gegen Ihre Arterien.

    Und dann kommt der nächste Arzt und verschreibt drei neue Blutdruckmittel. Und der Kreislauf beginnt von vorn. Keiner fragt nach den Schmerztabletten. Keiner. Nicht mal bei der jährlichen Kontrolle. Das ist systematischer Narrentum. Die Pharmaindustrie hat das perfekt eingebaut: Schmerzmittel verkaufen, Blutdruckmittel verkaufen. Die Patienten? Die sind nur die Kasse.

    Ich hab meinen Arzt mal gefragt: „Warum prüfen Sie nicht systematisch alle rezeptfreien Mittel?“ Er hat gesagt: „Weil wir keine Zeit haben.“ Also ist es nicht die Patienten, die unwissend sind. Es ist das System, das sie ignoriert. Und jetzt wundern wir uns, dass 70 % der Hypertoniker ihre Werte nicht kontrollieren? Na klar. Weil keiner ihnen sagt: „Halt, stopp. Was nehmen Sie nebenbei?“

    Paracetamol ist nicht perfekt, aber es ist der kleinste Bösewicht. Celecoxib? Besser. Aber auch nicht ohne Risiko. Und St. John’s Wort? Ein wahres Gift für den Blutdruck. Wer das nimmt, sollte sich auch einen Herzschrittmacher einbauen lassen. Ich hab’s erlebt. Ein 72-Jähriger mit 190/110. Hat täglich 2 Kapseln Johanniskraut genommen. Kein Arzt hat danach gefragt. Bis er ins Krankenhaus kam. Dann war es zu spät.

    Die Lösung? Jeder, der Bluthochdruck hat, sollte eine Liste führen. Nicht nur Medikamente. Alles. Vitamine, Kräuter, Nahrungsergänzung, sogar die Gummibärchen mit Ginseng. Und diese Liste mit zum Arzt. Jedes Mal. Wie ein Pass. Und wenn der Arzt nicht fragt? Dann fragen Sie ihn. Mit einem Satz: „Was von dem, was ich nehme, könnte meinen Blutdruck erhöhen?“ Wenn er nicht antwortet: Gehen Sie. Suchen Sie sich einen, der weiß, was er tut.

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    Kristian Ponya

    Dezember 27, 2025 AT 14:44

    Es ist traurig, wie oft wir medizinische Risiken als „nur ein kleines Mittelchen“ abtun. Aber vielleicht liegt das nicht nur an uns, sondern daran, dass die Medizin uns nie gelehrt hat, wie tief die Verbindungen zwischen Alltagsmitteln und Körperreaktionen wirklich sind.

    Wir denken, Blutdruck ist etwas, das man mit Tabletten kontrolliert. Aber er ist auch ein Spiegelbild dessen, was wir jeden Tag in uns hineinnehmen. Ein Ibuprofen hier, ein Decongestivum da, ein Kräutertee am Abend – alles kleine Steine, die einen Berg bauen.

    Vielleicht sollten wir nicht nur nach den Medikamenten fragen, sondern auch nach den Gewohnheiten. Wer hat Ihnen gesagt, dass „natürlich“ immer sicher ist? St. John’s Wort ist keine sanfte Kräutermagie – es ist ein chemischer Eingriff, der sich nur anders anfühlt.

    Ich denke, die Lösung liegt nicht nur in der Medizin, sondern in der Kultur: Wir müssen lernen, dass jedes Mittel, das den Körper beeinflusst, auch Konsequenzen hat. Und dass das Wissen darum nicht nur Ärzten vorbehalten sein sollte.

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    Jeanett Nekkoy

    Dezember 29, 2025 AT 09:33

    ich hab letzte woche meinen druck gemessen nachdem ich wegen einer erkältung pseudoephedrin genommen hatte – 148/92. vorher war er immer um 120/80. hab’s sofort abgesetzt. 3 tage später wieder 122/78. wow. warum hat mir das keiner gesagt? ich dachte das ist doch nur gegen verstopfte nase…

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    Kim Sypriansen

    Dezember 30, 2025 AT 10:28

    Ich hab das auch erlebt. Meine Mutter hat jahrelang Ibuprofen genommen wegen Arthrose. Keiner hat je gefragt. Dann kam der Tag, an dem sie fast einen Schlaganfall hatte. Der neue Arzt hat nur gesagt: „Was haben Sie neben den Blutdrucktabletten noch eingenommen?“ Sie hat gezögert. Dann: „Na ja… Ibuprofen.“ Er hat nur genickt. Kein Vorwurf. Kein Drama. Nur: „Ab jetzt Paracetamol. Punkt.“ Und in zwei Wochen war alles besser. Einfach. Keine neuen Pillen. Keine komplizierten Therapien. Nur eine Frage, die niemand gestellt hat.

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    Thorvald Wisdom

    Januar 1, 2026 AT 10:01

    Oh Gott. Jetzt kommt der nächste „ich hab’s gewusst“-Typ der sagt, er hätte das alles schon vor 10 Jahren gewusst. Ja, du Genie. Aber die anderen 99,9 % der Menschen? Die wissen es immer noch nicht. Und die sterben dafür. Dein Kommentar ist nicht hilfreich. Dein Wissen ist nur ein Trost für dein Ego. Die Welt braucht keine weiteren klugen Köpfe. Sie braucht Leute, die andere fragen. Nicht nur sich selbst.

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    Peter Priegann

    Januar 2, 2026 AT 19:27

    Ich hab neulich nen Kollegen gehabt der hat jeden tag 2 Ibuprofen genommen weil er Kopfschmerzen hatte. Hatte Blutdruck von 170/105. Arzt hat ihm 3 Medikamente verschrieben. Hatte ihn nie nach Schmerzmitteln gefragt. Hat er mir erzählt. Hab ihn dann gefragt: „Was nimmst du denn sonst?“ Er hat gesagt: „Na, Ibuprofen, immer.“ Ich hab gesagt: „Stell das ab.“ Er hat gesagt: „Aber ich hab doch Kopfschmerzen.“ Ich hab gesagt: „Dann nimm Paracetamol.“ Er hat’s getan. 2 Wochen später: 125/80. Keine Medikamente abgesetzt. Nur ein Schmerzmittel gewechselt. Warum macht das keiner? Weil es zu einfach ist. Die Pharmaindustrie will keine einfachen Lösungen. Sie will Pillen. Viel Pillen.

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    Tim Schneider

    Januar 4, 2026 AT 02:39

    Ich hab das bei meinem Vater gesehen. Er hat Prednison wegen einer Autoimmunerkrankung genommen. Der Arzt hat gesagt: „Achtung, Blutdruck kann steigen.“ Hat aber nicht gesagt: „Messen Sie ihn täglich.“ Hat nicht gesagt: „Wenn er über 140/90 steigt, rufen Sie an.“ Hat nicht gesagt: „Halten Sie eine Liste.“ Er hat nur gesagt: „Achtung.“ Und dann war das Thema erledigt. Mein Vater hat 6 Wochen lang jeden Tag gemessen. Hat die Werte aufgeschrieben. Hat sie gezeigt. Der Arzt war überrascht. Hat gesagt: „Das ist gut.“ Aber warum hat er das nicht von Anfang an verlangt? Weil es nicht in den Lehrbüchern steht. Weil es keine Pille ist. Weil es Arbeit ist.

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    Matthias Wiedemann

    Januar 4, 2026 AT 03:11

    Ich find’s traurig, dass wir alle so viel Angst haben, den Arzt zu fragen. Als ob er uns für dumm hält, wenn wir sagen: „Könnte das mein Blutdruck erhöhen?“ Aber eigentlich ist es das Gegenteil. Wer fragt, zeigt, dass er verantwortlich handelt. Wer schweigt, lässt sich behandeln. Ich hab vor zwei Jahren meinen Arzt gefragt, ob mein Multivitamin mit Eisen den Blutdruck beeinflusst. Er hat gelacht. „Nein, das nicht.“ Aber er hat dann gesagt: „Warten Sie – was ist mit dem Ginseng?“ Ich hab’s gar nicht gewusst, dass das drin war. Hat er mir aus der Packung rausgezogen. „Das ist ein Blutdruckheber.“ Hab’s abgesetzt. Druck ist um 8 Punkte gefallen. Einfach so. Keine neue Pille. Keine Therapie. Nur eine Frage.

    Wir müssen lernen, dass Ärzte nicht alles wissen. Und dass wir nicht nur Patienten sind, sondern Partner. Aber dafür müssen wir reden. Und zwar immer.

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    Denis Haberstroh

    Januar 4, 2026 AT 12:14

    Und jetzt kommt der nächste Artikel, der uns schuldig macht, weil wir Ibuprofen nehmen. Aber wer hat uns das je beigebracht? Wer hat uns gesagt, dass „rezeptfrei“ nicht „unschädlich“ bedeutet? Die Apotheke? Die Werbung? Die Packung? Nein. Die sagen: „Wirkt schnell. Wirkt gut.“ Kein Hinweis auf Blutdruck. Kein Warnhinweis. Kein kleines Symbol. Nicht mal ein „Vorsicht bei Hypertonie“. Warum? Weil es billiger ist, Pillen zu verkaufen als aufzuklären. Und die Regierung? Die lässt das zu. Weil es Geld bringt. Ich hab das alles schon vor 15 Jahren gewusst. Und ich hab’s immer noch nicht in den Lehrplänen gesehen. Das ist kein Versagen der Patienten. Das ist ein Verbrechen des Systems.

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    Achim Stößer

    Januar 6, 2026 AT 04:14

    hab letzte woche meinen druck gemessen nachdem ich st. johns wort genommen hatte… war auf 150/95… hab’s abgesetzt… 4 tage später 120/80… warum hat mir das keiner gesagt… ich dachte das ist doch nur pflanzlich…

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    Leonie Illic

    Januar 6, 2026 AT 23:16

    Ich bin ein großer Fan von wissenschaftlich fundierten Informationen – aber dieser Artikel ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit gut gemeinter Angstmache und übertriebenen Zahlen das Vertrauen in die Medizin untergräbt. 2 bis 5 %? Das ist ein statistischer Nebeneffekt. Und dann wird aus „einige Patienten“ plötzlich „Tausende, die jahrelang leiden“. Wer hat das untersucht? Wer hat die Kontrollgruppe? Wer hat die Konfunder berücksichtigt? Die meisten Studien zeigen, dass der Effekt von Ibuprofen bei gesunden Menschen kaum messbar ist – und bei bestehendem Hypertonie nur bei hohen Dosen und über längere Zeit relevant. Aber hier wird es als allgemeine Gefahr dargestellt, als ob jeder, der Ibuprofen nimmt, in Kürze einen Schlaganfall erleidet. Das ist nicht Aufklärung. Das ist Angstvermarktung. Und es macht die Menschen misstrauisch gegenüber allem, was medizinisch ist – auch gegenüber dem, was wirklich wichtig ist.

    Und dann kommt der Hinweis auf „St. John’s Wort“ – ein Kraut, das in der Literatur als potenziell gefährlich für Patienten mit Herzrhythmusstörungen oder Depressionen unter SSRI beschrieben wird – aber nicht als Hauptursache für hypertensive Krisen. Die 12 % mit 15 mm Hg Anstieg? Wo ist die Quelle? Wer hat das gemessen? In welcher Kohorte? In einer Studie mit 12 Teilnehmern? Oder in einer Metaanalyse mit 10.000? Es wird nicht gesagt. Und deshalb ist dieser Artikel kein Leitfaden. Er ist eine Sensationsgeschichte mit medizinischem Anstrich.

    Ja, man sollte auf Medikamente achten. Ja, man sollte den Blutdruck messen. Aber nein, man sollte nicht in Panik geraten, weil ein Artikel behauptet, dass alles, was nicht verschreibungspflichtig ist, ein Gift ist. Die Wahrheit liegt oft zwischen den Extremen. Und die Wahrheit ist: Die meisten Menschen, die Ibuprofen nehmen, haben keinen Blutdruckanstieg. Und die, die ihn haben, haben meistens andere Risikofaktoren. Nicht das Ibuprofen allein.

    Wir brauchen mehr Nuance. Nicht mehr Angst.

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    Sina Tonek

    Januar 7, 2026 AT 17:17

    Ich habe eine Patientin, die seit 10 Jahren mit Paracetamol Schmerzen hat. Kein Ibuprofen. Kein Naproxen. Kein Pseudoephedrin. Kein Johanniskraut. Und trotzdem hypertensiv. Warum? Weil sie 3 Liter Cola pro Tag trinkt. Weil sie 15 Gramm Salz am Tag isst. Weil sie nie Sport macht. Und keiner hat sie je darauf angesprochen. Wir fokussieren uns auf die Pillen – aber die echten Ursachen liegen im Lebensstil. Und das ist unbequem. Weil man da was ändern muss. Und nicht einfach eine Tablette wechseln.

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    Caspar Commijs

    Januar 8, 2026 AT 04:41

    Ich hab’s doch immer gesagt: Die Pharmalobby steckt dahinter. Ibuprofen ist nicht das Problem – die Ärzte sind das Problem. Sie verschreiben Blutdruckmittel, weil sie keine Zeit haben, nachzudenken. Und die Patienten? Die glauben, wenn sie was nehmen, muss es helfen. Aber es ist alles nur ein großes Geschäft. Die Apotheke verdient an den Schmerzmitteln. Der Arzt verdient an den Blutdruckmitteln. Und du? Du bist nur die Kasse. Kein Wunder, dass keiner fragt. Weil keiner will, dass du aufhörst. Weil du dann nicht mehr krank wärst. Und dann hätten sie kein Geld mehr. Das ist kein medizinisches Problem. Das ist ein kapitalistisches. Und du kannst nichts dagegen tun. Außer du hörst auf, Pillen zu nehmen. Aber dann wirst du als Spinner abgestempelt. Also nimmst du weiter. Und stirbst langsam. Schön.

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    Charlotte Ryngøye

    Januar 9, 2026 AT 09:22

    Warum muss man in Deutschland alles so kompliziert machen? In Norwegen nimmt man ein Schmerzmittel, wenn man Schmerzen hat. Und wenn der Blutdruck steigt, geht man zum Arzt. Keine 15 Seiten Text. Keine Listen. Keine Messungen. Keine Angst. Wir vertrauen auf den Arzt. Und er vertraut auf uns. Keine Paranoia. Keine Medikamenten-Überwachung. Einfach: Gesundheit. Und wenn etwas nicht stimmt, wird es behoben. Warum müssen wir uns hier wie Gefangene fühlen, die jeden Bissen kontrollieren müssen? Weil ihr Angst habt. Nicht weil es gefährlich ist. Weil ihr Angst habt.

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    Kristian Ponya

    Januar 9, 2026 AT 18:41

    Ich verstehe die Sorge. Aber ich glaube, es geht nicht darum, Angst zu schüren. Es geht darum, aufmerksam zu sein. Nicht alle Medikamente sind gleich. Und nicht alle Körper reagieren gleich. Es ist nicht paranoid, nachzufragen. Es ist verantwortlich. Ich hab nie gedacht, dass ein rezeptfreies Mittel meinen Blutdruck beeinflussen könnte. Bis ich es gemessen habe. Und dann war es zu spät für ein Gespräch. Ich hab’s nicht gewusst. Und das ist das Problem. Nicht die Angst. Die Unwissenheit.

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    Jean-Pierre Buttet

    Januar 11, 2026 AT 17:08

    Das ist das wahre Problem: Wir haben uns abgewöhnt, zu denken. Wir glauben, Ärzte wissen alles. Apotheker wissen alles. Google weiß alles. Aber keiner fragt: „Warum?“ „Wie?“ „Was passiert, wenn ich das mit dem anderen nehme?“ Das ist kein medizinisches Versagen. Das ist ein kulturelles. Wir haben gelernt, uns zu vertrauen – aber nicht uns selbst. Wir haben gelernt, dass Experten wissen. Aber nicht, dass wir auch etwas wissen. Und das ist die größte Krankheit: Die Übertragung der Verantwortung. Wer hat dir gesagt, dass du nicht fragen darfst? Wer hat dir gesagt, dass du nicht wissen darfst? Niemand. Aber du hast es dir selbst abgenommen. Und jetzt wunderst du dich, dass du krank bist? Das ist nicht das System. Das bist du. Und du kannst es ändern. Mit einer Frage. Heute. Nicht morgen. Heute.

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